Erste Fälle der Blauzungenkrankheit in Österreich! Impfstoff ab sofort verfügbar!

Liebe Landwirte/Innen,

Das Blauzungenvirus , kurz BTV, hat auch Österreich erreicht. Wegen erster Fälle in Vorarlberg
und der Steiermark sowie eines Falls im benachbarten Bayern ist ganz Österreich zur
Befallszone erklärt worden. Beschränkungen im Handel mit Tieren sind bereits wirksam.

Ganz Österreich ist nun Überwachungsgebiet. Diese Maßnahme gegen die Blauzungenkrankheit haben Ulrich Herzog, Sektionschef im Gesundheitsministerium, und Friedrich Schmoll vom nationalen Referenzlabor der AGES am Freitag, den 13. September,
bekannt gegeben. Auslöser waren positive Nachweise
der Krankheit auf einem Rinderbetrieb in Vorarlberg sowie einem weiteren in der Steiermark.
Der Handel mit Tieren wird eingeschränkt. Zwar sind nur einzelne Tiere betroffen, dennoch
wurden umfangreiche Maßnahmen ergriffen:

  • Betriebe, in denen das
    Auftreten der Blauzungenkrankheit bestätigt wurde, werden amtlich gesperrt. Empfängliche Tiere dürfen nicht vom Betrieb verbracht oder neu eingestallt werden.
  • Erkrankte Tiere sind auf Kosten der Tierhalter tierärztlich zu behandeln. Die Behörde ordnet aber keine Tötungen an.
  • Für den innergemeinschaftlichen Handel zwischen den EU-Mitgliedstaaten
    gelten zusätzliche Bestimmungen.
  • Innerhalb Österreichs können empfängliche Tiere jedoch frei verbracht werden, sofern diese am Tag der Verbringung klinisch gesund sind.Exporte in Drittstaaten, wie etwa in die Türkei oder nach Algerien, sind vorerst nicht möglich.
    Die Maßnahmen wurden laut Herzog in Absprache mit dem Landwirtschaftsministerium und mit den Rinderzuchtorganisationen getroffen. Abstimmungsgespräche mit den wichtigsten Exportländern sind im Gange. Der Status „frei von BTV“ ist wieder erreicht, wenn über insgesamt 24 Monate hinweg
    kein neuer Ausbruch festgestellt wurde.

    Die Blauzungenkrankheit ist derzeit in weiten Teilen Europas verbreitet, so auch in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz. Neu gegenüber früheren Fällen ist, dass mit dem Serotyp 3 nun ein sehr aggressiver Erreger grassiert. Dieser führt vor allem bei Schafen zu
    schweren Erkrankungen und einer hohen Zahl an Todesfällen. Auch Rinder zeigen bei dieser Virusvariante deutliche Symptome, ihre Milchleistung geht stark zurück. Fieber und Schwellungen am Kopf und im Maul sind ebenfalls Begleiterscheinungen. Die namensgebende blaue Zunge tritt nur selten auf und wird oft erst nach dem Verenden der Tiere beobachtet. Impfung dringend
    empfohlen!
    In Vorarlberg wurde der Serotyp 3 festgestellt, in der Steiermark der weniger aggressive Serotyp 4. Herzog und Schmoll empfehlen, insbesondere empfängliche Tierarten, vor allem Schafe, gegen den Serotyp 3 zu impfen. Dies könne beträchtliches Tierleid mildern. Ein vollständiger Schutz sei allerdings nicht garantiert. Bereits seit Juli sind die am europäischen Markt verfügbaren Impfstoffe (aktuell drei) auch in Österreich zugelassen. Vorerst gibt es kein nationales Impfprogramm, die Kosten für die Impfung sind somit vom Halter selbst zu tragen. Aufgrund der vielen Fälle in Europa kann es bei der Impfstoffversorgung zu Engpässen kommen.
    Bei der Impfung kommen Totimpfstoffe zur Anwendung, die für jeden Serotyp einzeln hergestellt werden. Ein bestehender Impfschutz gegen BTV-8 oder BTV-4 schützt nicht gegen BTV-3. Zur Grundimmunisierung beim Rind braucht es zwei Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen. Der volle Impfschutz besteht ab zwei Wochen nach der zweiten Impfung. Um die Ansteckungsgefahr zu verringern, empfiehlt es sich, die Tiere in den Abend- und Morgenstunden einzustallen. Die aktuell kühleren Temperaturen reichen aber noch nicht aus,
    um die Verbreitung der Gnitzen einzudämmen. Erst ab etwa Mitte November stellen
    die Gnitzen ihre Aktivität ein. (Quelle: BZ Nr.38, 19.09.2024)

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